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Kommission für kirchliche Zeitgeschichte im Erzbistum Paderborn
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16.07.2023
Paderborn
Missbrauchsstudien Erzbistum Paderborn

Hinweis auf bischöfliches Fehlverhalten

In der Bischofsgruft des Paderborner Doms weist jetzt eine Tafel auf bischöfliches Fehlverhalten im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch hin.

Mit der Weihe des Altars in der Krypta des Doms am vergangenen Sonntag ist auch die Bischofsgruft nach eineinhalbjähriger Bauzeit wieder öffentlich zugänglich. Unter dem Chorraum befinden sich u.a. die Gräber der Erzbischöfe Lorenz Kardinal Jaeger (1892-1975) und seines Nachfolgers Johannes Joachim Kardinal Degenhardt (1926-2002). Beide Oberhirten sind Gegenstand der unabhängigen Studie zum Missbrauch Minderjähriger im Erzbistum Paderborn, die zur Zeit am Lehrstuhl für Kirchengeschichte der Universität Paderborn erarbeitet wird. Die beiden mit den Forschungen befassten Historikerinnen, Prof. Dr. Nicole Prieschig und Dr. Christine Hartig, stellten im Dezember 2021 einen Zwischenbericht in Form eines Interviews vor. Darin wiesen u.a. darauf hin, dass die Sorge der beiden verstorbenen Erzbischöfe zu ihren Amtszeiten in erster Linie dem Schutz der Institution und dem Ansehen der Täter galt, während sie an der Situation der Opfer kaum Interesse zeigten und ihnen jedes Einfühlungsvermögen für das Leid der Betroffenen fehlte, jedenfalls gibt es keinerlei Hinweise darauf.

Aus Anlass der Renovierung der Domkrypta und der Bischofsgruft regten Betroffene an, auf dieses Fehlverhalten der ehemaligen Erzbischöfe öffentlich hinzuweisen. Das Metropolitankapitel und die Betroffenen einigten sich auf die Aufstellung einer Hinweistafel mit dem Text: „Die hier beigesetzten Erzbischöfe haben während ihrer Amtszeit aus heutiger Sicht schwere Fehler im Umgang mit sexuellem Missbrauch begangen. Allzu oft haben sie Schutz und Ansehen der Institution und der Täter über das Leid der Betroffenen gestellt.“

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