Nach 12 Jahren intensiver Forschungsarbeitrbeit konnte jetzt die kritische Edition der Tagebücher des Speyerer Bischofs und späteren Münchener Erzbischofs und Kardinals Michael von Faulhaber abgeschlossen und vollständig online gestellt werden. Damit können nicht nur Forscher, sondern auch alle Interessierten auf ein wichtiges Dokument kirchlicher Zeitgeschichte zugreifen.
Von 1911 bis zu seinem Todesjahr 1952 hat der (Erz-)Bischof 10729 Einträge hinterlassen, die einen Einblick in das kirchenpolitische und theologische Denken des katholischen Kirchenführers vom Kaiserreich über den Ersten Weltkrieg, die Weimarer Republik und den Nationalsozialismus bis in die ersten Jahre der Bundesrepublik geben.
Der Kirchenmann beginnt begannAufzeichnungen nur wenige Tage nach seiner Einführung als Bischof in Speyer 1911. Er hieltschriftlich fest, wann er sich mit wem getroffen hat und was besprochen wurde. Ab 1917 gibt er die Inhalte seiner Unterredungen ausführlicher wieder. Außerdem enthalten seine Notizen Informationen zum politischen, sozialen und religiösen Leben sowie über Befindlichkeiten und Meinungen des Kardinals. Faulhaber traf jedes Jahr bis zu 1.000 Personen, darunter zwei Päpste und zwei Reichskanzler, einen US-Präsident, Vertreter des bayerischen Königshauses sowie Deutschlands ersten Bundeskanzler Konrad Adenauer.
Dr. Matthias Daufratshofer, Mitglied der Kommission für kirchliche Zeitgeschichte im Erzbistum Paderborn und Juniorprofessor an der Theoloischen Fakultät Paderborn, war als stellvertetender Prokektleiter maßgeblich an den Forschungsarbeiten beteiligt, die am 29. Juni mit einer Veranstaltung in der Katholischen Akademie Bayern in München ihren offiziellen Abschluss finden.
Quelle: katholisch.de 26.06.2026